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Postkarte
3. Februar 2000
Dreh im Mangrovenwald
In
den letzten zwei Wochen war ich mit einem Team des 'American
Museum of Natural History' auf Produktion. Die erste Woche
drehten wir im Süden Thailands's ein Video ıber den Mangrovenwald.
Mangroven sind faszinierende Pflanzen, sie können im
Salzwasser leben und je nach Art absorbieren sie das Salz
durch die Blätter oder stossen es durch ihre Rinde ab.
Die Mangrovenwälder sind fır das biologische Gleichgewicht
sehr wichtig, sie bieten Lebensraum fır viele Fische, Krabben
und Vögel. In der Vergangenheit mussten grosse Teile
des Mangrovenwaldes Shrimp-Farmen weichen. In diesen Farmen
werden Shrimps in Massen produziert, diese sind anfällig
auf Krankheiten und deshalb wird massiv Antibiotika eingesetzt.
Die Erde ist nach 5-6 Jahren verbraucht, und es dauert lange,
bis sich der Boden wieder regeneriert hat. Fehlende Mangrovenwälder
entziehen schlussendlich den Fischern die Existenzgrundlagen
und den Schutz vor Unwetter. Hier hat in Thailand ein Umdenken
eingesetzt. Es gibt neben Gesetzen gegen das Zerstören
des Mangrovenwaldes Organisationen, die sich dem Schutz der
Mangroven verschrieben haben.
Wir
drehten in HDVS (High Definition Video System) mit einer Sony
HDCAM. Soweit wir wissen, waren wir die erste Crew, die in
Thailand mit diesem Format drehte. Kameramann Jason Lelchuk
machte viel Schulterkamera, die HDCAM ist nicht viel schwerer
oder grösser als eine normale professionelle Videokamera.
Es gab schon spannende Momente als der Kameramann auf sumpfigem,
rutschigem Boden im Wasser stand um besser Nahaufnahmen der
Mangroven machen zu können. Oder beim Ein- und Aussteigen
in die kleinen Fischerboote. Ein einziger Ausrutscher wäre
teuer geworden und die Dreharbeiten wären buchstäblich
ins Wasser gefallen. Die Bildauflösung der HD-Kamera
ist um einiges höher als bei einer 'normale' TV-Videokamera
und die Qualität der Projektion mit entsprechendem HDVS
Projektor soll umwerfend gut sein. Um das sehen zu knnen
müsste ich nach New York ins Museum. Das 'American Museum
of Natural History' im Internet:
http://www.amnh.org
Crew
Ich
war als Soundman und Kamera-Assistent engagiert. Der Kameramann
Jason Lelchuk ist Angestellter des Museums, er wird das 4
Minuten Programm auch schneiden. Produzentin Linzy Emery spricht,
liest und schreibt fliessend Thai und führte die Interviews.
Biek war unser Koordinator, er ist Thai und lebt in New York.
Dabei war auch Jason's Freundin Alexandra. Wir alle hatten
eine gute Zeit, die Zusammenarbeit war ausgezeichnet. Gestern
beendeten wir die zweiwöchigen Dreharbeiten, vierzehn
Drehtage ohne Pause!
Technische
Details
Sony
HDCAM HDW-700A. Bildformat 16:9, Auflösung 1920 x 1080
pixel, (zum Vergleich: NTSC 720 x 486).
Sony macht neu auch eine umschaltbare HDCAM Variante mit 30
FPS 1080i (interlaced) und 24 FPS 24p (progressiv) letzteres
fır den Transfer auf Film. Bei den Dreharbeiten zu STAR WARS
Episode II wurden ebenfalls HDVS Kameras eingesetzt. Mehr
dazu auf der STAR
WARS Site.
Für
die Projektion braucht es die Studiomaschine und einen HDVS
Projektor von Barco. Ein solcher Projektor ist in einer Halle
des Museums in New York installiert. Das Museum besitzt die
Kamera mit HD-Weitwinkelobjektiv Fujinon 5.2x10x2. Die Kamera
kostet um die 80'000 US$, das Objektiv nochmals um die 20'000
US$. Eine 40 Minuten Kassette schlägt mit 80 $ pro Stück
zu Buche, wir drehten trotzdem episch lange Interviews.
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