Im März reiste ich zum fünften Mal im Auftrag des Schweizer Fernsehen / TPC AG nach Libyen. Da sich das Land nicht mehr im Kriegszustand befindet, konnten wir direkt nach Tripolis fliegen. Schwierigkeiten bei der fünften Libyenreise von Nahost-Korrespondent Pascal Weber und mir gab es zum Glück nur vor der Reise: Für Libyen braucht es wieder ein Visa sowie eine Presseakkreditierung. Da die Bestätigung für das Visa vom Aussenministerium in Tripolis einfach nicht nach Bern und Kairo gelangen wollte, mussten wir den Hinflug zweimal verschieben.
Dank der Intervention unseres lokalen Producers beim libyschen Aussenministerium in Tripolis, klappte es dann doch noch. Dass es ratsam war, nicht illegal nach Libyen einzureisen, zeigt das Beispiel der beiden englischen Journalisten, die kürzlich für einen Monat inhaftiert wurden.
Für die Sendung «10vor10» realisierten wir eine Reportage aus Kufra. Die Stadt liegt im Südosten Libyens, nahe der Grenze zum Tschad, zu Ägypten und zum Sudan.
Die neue Regierung lud Journalisten zu dieser Reise ein, um zu zeigen, dass sie Kufra im Griff hat, obwohl die Lage sehr schwierig ist. Noch vor wenigen Tagen hatten sich in der Stadt die beiden grössten von acht lokalen Stämmen heftig bekämpft.
Für die Tagesschau produzierten wir drei Geschichten: über die vielen Waffen im Land, und die Schwierigkeit, die Rebellen-Milizen in eine reguläre Armee oder Polizei einzugliedern; über die Probleme beim Aufbau eines neuen Schulsystems sowie über die Stadt Misrata, wo die Wunden nach dem Krieg immer noch tief sitzen.
Gedreht hatte ich wiederum mit der kleinen Canon XF100 (XDCAM HD 422), geschnitten auf einem MacBook Pro/Final Cut Studio.
Da das Internet für die Übertragung via FTP zu langsam war, sendeten wir die Beiträge über lokale Satelliten-Uplinks nach Zürich. Das ist mittlerweile direkt ab dem Schnittplatz (Mac Book Pro) über FireWire auf eine SDI-Konverterbox möglich.
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